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Gläser-Karosserien-Forum

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  • Horch 930V roadster - one moreDatum12.10.2014 01:13
    Foren-Beitrag von T14-49 im Thema

    Hallo Gläser-Freunde,

    dies' ist eigentlich keine echte Roadster-Karosserie, denn ein festes Verdeck mit Sturmstangen und Türfenster, die man hochkurbeln kann, gehören nicht zu den Merkmalen eines klassischen Roadsters. Deshalb sollte man hier von einem Sport-Cabriolet, 2-sitzig, sprechen. Die Bezeichnung "Roadster-Cabriolet" findet man auch manchmal für diese Karosserieform. Aber solche Unterscheidungen werden immer seltener gemacht, leider, wie ich finde.

    Das Auto selbst war - jedenfalls für mich - geradezu eine Sensation, als es auf der an den Fotos erkenntlichen Veranstaltung gezeigt wurde. Der sehr elegante Aufbau entstand beim Karosserie-Werk Gustav Hornig in Meerane und unterscheidet sich deutlich vom serienmäßigen Horch 930 V Roadster-Cabriolet, dessen Karosserie ja bekanntlich bei Gläser gebaut wurde. Die Geschichte dieses Wagens, soweit sie mir bekannt ist, läßt noch manche Frage offen, auch im Zusammenhang mit anderen Horch Fahrzeugen.

    Freundliche Grüße

  • Erdmann & Rossi (1898-1949)Datum10.07.2014 16:58
    Foren-Beitrag von T14-49 im Thema

    HALLO,

    dies' ist ein Maybach SW 38 und zwar (vermutlich) genau jenes Auto, das im Juni 1936 an den damaligen Reichsarbeitsminister, bzw. (nach anderer Quelle) an das damalige Reichsarbeitsministerium geliefert wurde.

    Freundliche Grüße

  • Fundstellen in ZeitschriftenDatum13.11.2013 23:48
    Foren-Beitrag von T14-49 im Thema

    Hallo,

    eine schöne Übersicht über das 1939-er Bauprogramm. Leider werden die Bildunterschriften weiter unten immer weniger bis gar nicht mehr lesbar. Die letzte Zeichnung (4-tür. Cabriolet) zeigt ein Auto der Marke ? ? ? Ich tippe auf Maybach, bin aber nicht sicher.

    Freundlichen Dank für eine kurze Auskunft.

  • Kellner (1910-1930)Datum18.06.2013 00:32
    Foren-Beitrag von T14-49 im Thema

    Hallo,

    für die 8 Fragezeichen habe auch ich keine Erklärung, aber zu den beiden Fotos läßt sich schon etwas sagen, denn es handelt sich eindeutig um einen Horch 8, der dort, in irgend einer Werkstatt stehend, abgelichtet wurde. Die Coupé-Karosserie hat erkennbar viele Details gemeinsam mit dem Auto auf einem am 8.11.2011 hier eingestellten Foto eines Horch Cabriolets mit einer Karosserie von Alexis Kellner. Dieses Foto entstand auf der IAMA 1931 in Berlin und trägt die originale Bildunterschrift: "Neue Form eines zweisitzigen Kellner-Kabrioletts auf 4,5 l Horch Fahrgestell" (Bildquelle mir nicht bekannt). Das selbe Foto findet man in verschiedenen Publikationen, allerdings mit unterschiedlichen Interpretationen der Karosserieform, wie z.B. zweisitziges Cabriolet; seltene Coupé-Karosserie; exotisches Roadster-Coupé (was eigentlich - meiner Meinung nach - keinen Sinn macht; den Begriff "Roadster-Cabriolet" gibt es, aber Roadster-Coupé"?). Die Karosserie wird einmal dem Horch 375 zugeordnet, dann aber auch dem Typ 420. Für den 375 würden die 3-fach-Stoßfänger sprechen, nicht aber die Anordnung der Entlüftungsschlitze in der Motorhaube, die aber auch wiederum nicht dem 420 entsprechen. Der 4,5 l-Motor entspricht dagegen wohl dem Typ 420. Nun, bei Spezialanfertigungen, wie bei dieser Kellner-Karosserie, wird es auch möglich gewesen sein, daß Ausstattungsteile (z.B. die Stoßfänger) von anderen Horch Typen übernommen wurden, wenn der Kunde das wünschte. Die genaue Typenbezeichnung könnte ohnehin nur dann bestimmt werden, wenn man die Fahrgestell-Nr. diese Autos erfahren könnte (oder wenigsten die ersten 3 Ziffern davon).

    Was zeigen nun die beiden am 14. Juni eingestellten Fotos? Ist das Original-Fahrzeug von 1931 wiedergefunden und wird nun restauriert? Ist es eine Nachmach-Karosserie auf einem originalen Horch Fahrgestell? Diese Fragezeichen wird bestimmt jemand beantworten können! Mehr Fotos aus anderen Blickwinkeln wäre auch sehr hilfreich, die Details dieser Karosserie mit dem Foto von 1931 zu vergleichen.

    Außerdem: Das Foto von 1931 muß nicht wirklich ein zweisitziges Kabriolett zeigen; es könnte ja auch ein sogen. Faux-Cabriolet sein. Oder? Jedenfalls würde das eine Erklärung sein für die Coupé- Karosserie auf den beiden Fotos vom 14. Juni.

    Freundliche Grüße

  • BMW 320 Gläser?Datum02.06.2013 00:44
    Foren-Beitrag von T14-49 im Thema

    Hallo,

    mit Fgst.-Nr. 90xxx müßte es ein BMW 320 sein; ob es allerdings eine Gläser-Karosserie sein kann ??? Beim BMW-Archiv werden Sie aber weitere Einzelheiten erfahren.

    MfG

  • Nicht zugeordnete BilderDatum03.04.2013 16:08
    Foren-Beitrag von T14-49 im Thema

    Hallo, Gläser-Freunde,

    dieses Bild aus der AAZ zeigt ziemlich eindeutig einen Fiat aus den 20-er Jahren (typische Kühlerform). Angesichts der Jahreszahl 1927 kämen dafür folgende Typen infrage: 503, 507, 512 und 519. Ich tippe auf den 507 (4-Zyl. 2,3 Ltr. - 1926-27) oder den 512 (6-Zyl. 3,5 Ltr. - 1926-28), eher aber auf letzteren, wenn man einmal die Größe des Autos und den erkennbaren Radstand beachtet (360 cm beim 512 gegenüber 305 cm beim 507 - - der 1,5 Ltr. Typ 503 ist viel kleiner und der 519 mit seinem 6-Zyl. Motor von 4,8 Ltr. viel größer)). A.F.1 könnte dann die Typenbezeichnung für einen Aufbau der Thais-Karosserie und Autowerke sein (Thais geschrieben mit Doppelpünktchen über dem i !!!; ich konnte nichts finden über dieses Karosseriebauer).

    A.F.1 könnte aber auch die Typenbezeichnung für einen PKW der Österreichischen Automobilfabrik AG (Vormals Austro-Fiat) sein. Dort wurde dieser Typ (4-Zyl. 2,5 Ltr. 60PS) gebaut von etwa 1922 bis 1928. Allerdings hatten diese Fahrzeuge eine völlig andere Kühlerverkleidung. (Die beste Auskunft über dieses Auto fand ich bei "Zuckerfabrik24" - ist ja allen Forumsteilnehmern wohl bekannt).

    Soweit meine Recherchen zu dieser Frage. Aber die richtigen Experten im Forum haben sich ja noch gar nicht hierzu gemeldet. Ich bin sehr gespannt!!

    Freundliche Grüße

  • Buick - Gläser oder nicht?Datum02.04.2013 02:34
    Foren-Beitrag von T14-49 im Thema

    Das am 25.2.2006 und nochmals am 15.12.2008 eingestellte Foto zeigt ganz offensichtlich keine Werkskarosserie ! Es ist aber auch kein Gläser Cabriolet, sondern hier dürfte wohl eher ein Karossier aus der Schweiz tätig geworden sein.

    Bekanntlich gab es ja seit 1935/36 ein General Motors Montagewerk in der Schweiz. Dort, in Biel, wurden nicht nur Fahrzeuge von Opel (bis 1975) montiert, sondern auch solche von allen anderen GM Marken, also z.B auch von Buick (bis 1958); nachzulesen im "Opel Jahrbuch 2011", Podszun-Verlag. Interessant ist dabei, daß nicht nur komplette Fahrzeuge in Biel montiert wurden, sondern auch einige Fahrgestelle von Schweizer Karosseriebauern, wie Langenthal und Reinholt & Christé, eingekleidet wurden, die dann sogar im offiziellen Lieferprogramm für die Schweiz auftauchten und auch entsprechend in Anzeigen und Prospekten beworben wurden. Vorzugsweise handelte es sich dabei um 4-türige Cabriolets auf den Fahrgestellen der Spitzenmarken von GM, also Buick und Cadillac.

    Für das hier im Forum gezeigte Cabriolet bin ich aber weder bei Langenthal noch bei Reinbolt & Christé fündig geworden, sonder bei der Carrosserie Tüscher in Zürich. Ein mit diesem Buick Cabriolet - bis auf die Frontgestaltung - identisches Cadillac V8 Series 60 Cabriolet ist in einem Bericht "Automobile Massanzüge aus Zürich" in der "Swiss Classics Revue" Nr, 6 - 2/2005 zu sehen. Das bestärkt dann auch die Vermutung, daß es sich hier bei "unserem" Buick um einen Series 80 'Roadmaster' handeln muß, denn die Fahrgestelle des 'Roadmaster' und des Cadillac Series 60 aus 1939 haben beide den selben Radstand von 133". - - Wer übrigens über eine "Automobile Quarterly"-Sammlung verfügt, kann dort in der Ausgabe Vol.44, Nr.2 auf Seite 99 in einem Foto ein solches, halb fertiges Cabriolet in den Tüscher Werkshallen entdecken.

    Bleibt nur die Frage, wo das hier in diesem Forum vorgestellte Buick Cabriolet nun abgeblieben ist und wie es heute - vielleicht schon fertig restauriert - aussieht.

    Mit freundlichen Grüßen

  • Buick Gläser body..?Datum02.04.2013 01:53
    Foren-Beitrag von T14-49 im Thema

    Hallo, Gläser-Freunde,

    eine Frage: Ist es nun eine Gläser Karosserie oder nicht? Eine Werkskarosserie (Fisher Body ?) kann man für dieses Auto wohl ausschließen, denn diese hatten keine außenliegenden Sturmstangen, beim 4-türigen Cabriolet die Türen an den A- und C-Säulen aufgehängt, sowie eine zwar auch leicht "gepfeilte", zweiteilige Windschutzscheibe, aber nicht mit so breiten Chromrahmen versehen, wie sie hier an diesem Buick zu sehen sind.

    Eine fast identische Windschutzscheiben-Gestaltung, wie bei diesem Buick, kann man aber auch bei einem Ford V8 Gläser Cabriolet feststellen, Baujahr 1938, welches in dem Buch "German Automobile Coachwork" von Benter/Schrader (1976) auf Seite 76 abgebildet ist. Auch das Audi Front Typ 225 Spezialcabriolet von Gläser läßt hier große Ähnlichkeiten erkennen. Also, für Gläser spricht doch auch einiges hier bei diesem Buick Limited Cabriolet.

    Übrigens: Bei einem "Such-Marathon" durch das ganze Gläser-Forum stieß ich auf eine andere Stelle zum selben Thema wie hier: "Buick - Gläser" (war aber nicht auf dem ganz "normalen" Weg über die Rubrik Forum Übersicht - - Marken, Bilder, Dokumente ...- - General Motors (Buick ...) zu finden). Mit Datum vom 15.4.2009 wurde dort ein weiteres Foto des hier behandelten Buick Cabriolets eingestellt, jetzt mit zurückgeschlagenem Verdeck und in einer vermutlich sichtbar gewordenen, tiefer gelegenen Lackschicht dargestellt. - - Es geht an dieser, von mir ja nur zufällig entdeckten Stelle jedoch eigentlich um ein ganz anderes Auto, allerdings auch um einen Buick von 1939. Was ich darüber herausgefunden habe, ist dann in wenigen Minuten auch dort zu lesen.

    Bis gleich ...

  • Horch 830R rennwagenDatum22.03.2013 02:26
    Foren-Beitrag von T14-49 im Thema

    Zur 'Gast'-Eintragung vom 20.3.

    Hallo, Gläser-Freunde,

    Horch 830 Spezialcoupé 1933 ist richtig (aber nicht "Horch 830R"). Das ist eines von 2 (oder 3) dieser speziellen Coupés, die für die "2000 km-Fahrt 1933" gebaut wurden. Fast identische Aufbauten (allerdings etwas kleiner, da für kürzere Chassis gedacht) gab es auch für Audi (3 Stck.) und Wanderer (3 Stck.), ebenfalls eingesetzt bei den "2000 km-Fahrten" in 1933 und teilweise auch noch in 1934. Während die Horch Coupés ja mit dem 3-Ltr.-Motoren des 830 ausgestattet waren, hatten die Audi und Wanderer 2-Ltr.-Motoren.

    Die Aufbauten für alle diese Auto-Union Spezialcoupés entstanden im sogen. (angenäherten) Weymann-Prinzip (oder - vielleicht besser gesagt - nach der DKW-Bauweise), also Holzrahmen mit Sperrholzbeschlag und Kunstlederbezug; die Dächer mit Cabriolet-Stoffdach-Bezug. Gebaut wurden diese Karosserien bei der Firma Hornig in Meerane.

    Freundliche Grüße

  • Austro-Daimler ADR 6 Bergmeister 1932Datum17.10.2008 02:38
    Foren-Beitrag von T14-49 im Thema

    Hallo, Gläser-Freunde,

    es stimmt; meine Antwort auf die Frage vom 2.Oktober, das abgebildete Auto zu identifizieren, kam zwar spontan und schnell, allerdings auch nur kurz und knapp, was man der vorgerückten Stunde zugute halten möge.

    Denn natürlich läßt sich einiges mehr über diesen Mercedes-Benz sagen, als Baujahr, Typ und Karossier. Das Studium der einschlägigen Literatur ergab jedoch schon bald, daß die verschiedenen Autoren unterschiedliche Meinungen hatten, was die genaue Typenbezeichnung betrifft. Mal ist es ein "S", mal ein "SS" oder sogar ein "SSK". Letzteres kann man aber ausschließen; der Radstand ist für einen "SSK" viel zu lang. Nach der Größe des Kühlers zu schließen, ist es wohl ein "SS". Es könnte aber auch noch ein zum "SS" aufgerüsteter "S" sein. Endgültige Klarheit würde hier die Kenntnis der Fahrgestellnummer bringen. Wer also diese kennt, möge sich bitte melden.

    Den Lebenslauf dieses Automobils kann man aber - mit größeren Lücken - aus den vorliegenden Veröffentlichungen herauslesen: Baujahr 1928 (vermutlich), geliefert an ein Mitglied des Fürstenhauses zu Hohenlohe Bartenstein. Schon ein Jahr später wird der (oder ein) Besitzer der "Nürnberger Zeitung" als neuer Fahrzeugeigner genannt. Wohl bedingt durch die Kriegswirren befand sich dieser Mercedes-Benz dann nach 1945 in der Tschechoslowakei. Das von Steyr530 hier im Forum eingestellte Foto zeigt das Auto in dieser ersten Nachkriegszeit irgendwo in Prag (vermutlich). Die Farbgebung entspricht noch dem Originalzustand: entweder weiß oder elfenbeinfarbig mit schwarzen oder dunkelroten Seitenflanken und ebensolchem Kofferraum.

    Ein in der Schweiz lebender Niederländer hat in den frühen sechziger Jahren das Auto in Prag aufgespürt und versucht, es von dort aus in die Schweiz zu bringen. Das gelang aber erst viele Jahre später, als die politische Lage für eine kurze Zeit liberaler war (sogen. Prager Frühling 1968)und solche Vorhaben leichter durchführbar waren.

    Er beschreibt den Wagen als 'zweisitziges Cabriolet mit 6,8 Ltr. Sechszylindermotor mit Kompressor' (demnach ein Typ "S") und erwähnt besonders die mit Krokodilleder bezogenen Polster.

    Schon bald verkauft er das Auto nach Amerika. Dort wurde es vermutlich zunächst einmal gründlich restauriert und neu lackiert. Der Kofferraum war jetzt in der Grundfarbe des Wagens gehalten (elfenbein oder hellbraun) und nur noch die Seitenflanken - wie gehabt - dunkler abgesetzt (dunkelbraun). Beim berühmten Concours d'Elegance in Pebble Beach 1977 erreichte er, als '1929 Mercedes-Benz SSK Armbruster Cabriolet' im Programm aufgeführt (was aber faktisch falsch ist), den 3. Platz in der Kategorie "European Classic 1925-1934".

    1978 ist das Auto wieder in Deutschland. Der neue Besitzer hatte sein Domizil südlich von München am Tegernsee und beteiliget sich damals mit diesem Wagen, jetzt als Typ 71o SS (W o6) 27/170/225 PS bezeichnet mit Baujahr 1929, an mehreren Rallies für historische Fahrzeuge.

    Dann sah und hörte man für eine lange Zeit nichts mehr von diesem wirklich wunderschönen Mercedes-Benz, bis er nun im 21. Jahrhundert wieder in Amerika auftauchte. Die im Forum eingestellten Farbbilder des jetzt roten (hell mit dunkleren Seitenflanken) Armbruster Cabriolets sind aus dem Jahre 2006 (Meadowbrook Concours d'Elegance). Wer weitere Bilder des Wagens anschauen möchte, muß bei supercars.net versuchen, über Galleries und More Official Galleries zum 2008 Pebble Beach Concours d'Elegance zu kommen. Dort auf page 15 "Mercedes-Benz Prewar" findet man das Auto wieder, diesmal als '1928 Mercedes-Benz S Armbruster Cabriolet'. Es erreichte in dieser Klass den 2.Platz.

    Soviel zur Geschichte dieses Glanzstücks klassischer Automobilbaukunst. Ergänzend kann man noch erwähnen, daß es in der Garage des Fürstenhauses Hohenlohe Bartenstein noch wenigstens einen weiteren Sechszylinder-Kompressor-Mercedes-Benz gab, ein "SSK" Cabriolet von Papler aus Köln (abgebildet in zahlreichen Automobilbüchern). Einen weiteren "SS" mit Armbruster Karosserie fuhr auch der bekannte Rennfahrer Hans Stuck. Als er 1931 von Austro Daimler zu Mercedes-Benz wechselte, konnte er sein bis dahin gefahrenes Austro Daimler ADR Cabriolet ja nicht mehr benutzen. Dieser ADR hatte übrigens auch eine Karosserie von Armbruster.

    Vielleicht sollet man ja hier im Forum unter der Rubrik "Konkurrenten/Europäische Karosseriebauer" der K&K Hofwagenfabrik Armbruster aus Wien einen eigenen Platz einräumen. Bestimmt kommt da noch so manches schöne Automobil zum Vorschein.

    Ich verbleibe mit den besten Grüßen


  • Austro-Daimler ADR 6 Bergmeister 1932Datum02.10.2008 03:04
    Foren-Beitrag von T14-49 im Thema

    Dieses Bild zeigt einen Mercedes-Benz Typ "S" (oder "SS") von etwa 1928-1930 mit einer Karosserie von Armbruster, Wien. Das Auto existiert noch und befindet sich heute in den U.S.A.

    Mit freundlichen Grüßen

  • (CZ) Petera & Synove (1864-?)Datum04.04.2008 01:46
    Foren-Beitrag von T14-49 im Thema

    Hallo, Gläser-Freunde,

    eine echte und gelungene Überraschung sind die 8 Fotos von Petera-Karosserien, die man seit dem 19.3.2008 im Forum ansehen kann. Dem Aufruf, etwas zu den Bildern zu sagen, ist allerdings gar nicht so leicht nachzukommen, denn zumindest die Fotos 1 bis 5 sind relativ klein eingestellt. Möchte man dann einzelne Details untersuchen, so ist das fast unmöglich; eine Vergrößerung der Aufnahmen bringt in diesem Fall nämlich nur schlechtere Ergebnisse, was wohl durch die Digitalisierung bedingt ist. Wer also die echten Fotos hat, ist hier im Vorteil und könnte viel zur einwandfreien Identifizierung dieser fünf Automobile beitragen. Trotzdem wage ich es einmal, einige Anmerkungen zu den einzelnen Fahrzeugen zu machen.

    Bild 1)
    Sehr wahrscheinlich ist das kein Mercedes-Benz Cabriolet, obwohl man auf den ersten Blick sofort auf ein "Stuttgart"-Cabriolet aus der Zeit um 1930 schließen würde. Die hier erkennbare, sehr markante Gürtellinie der Karosserie wurde jedoch zu der Zeit von vielen Autofirmen und Karosseriebauern bei der Gestaltung eleganter Cabriolets angewandt, also auch von Mercedes-Benz.
    Aber hier in diesem Bild fehlen z.B. die Mercedes-Sterne in den Radzentren und der Kühler (oder die Kühlermaske) ist viel zu schmal für einen MB "Stuttgart".

    Vermutlich handelt es sich hier um einen Skoda Typ 430 (4-Zyl. Reihenmotor, 1,7 Ltr. Hubraum, ca. 30-32 PS), der von 1929 bis 1932 in - für damalige Verhältnisse - respektablen Stückzahlen gebaut wurde. Es gab serienmäßig verschiedene Karosserie-Varianten und wohl auch das Fahrgestell für Spezialkarosserien. Der schmale Kühler ist ein Kennzeichen für die Skoda Modellreihe aus jener Zeit (es gab noch einen kleineren Vierzylindertyp 422, einen Sechzylindertyp 645 und einen Achtzylindertyp 860).Die Anordnung der seitlichen Kühlschlitze in der Motorhaube findet man so wie hier auch auf Prospektabbildungen zum Skoda 430. Die Stahlspeichenräder des Autos auf diesem Foto könnten eine Kunden-Option gewesen sein. Befremdlich für einen Skoda aus jener Zeit ist lediglich, daß es sich offensichtlich um ein linksgelenktes Fahrzeug handelt; rechtsgelenkt war Standard. Auf dem Stand des Skoda-Museums bei der Techno Classica in Essen konnte ich aber erfahren, daß bei Fahrzeugen, die für den Export bestimmt waren, eine Umrüstung auf Linkslenkung problemlos möglich war.

    Bild 2)
    Wenn das ein Fiat ist, dann ist es aber eher ein Typ 514, als ein Typ 521C. Dafür spricht auch der relativ kurze Radstand, sowie die Befestigungsart der Räder mit jeweils 6 Radbolzen. Das konnte ich bisher nur auf Bildern des Fiat Modells 514 finden.

    Bild 3)
    Das könnte ein Fiat 520 (gebaut von 1927 bis 1929) oder auch ein Fiat 521 sein (gebaut von 1928 bis 1931).

    Bild 4)
    Dieses Auto zeigt viele Details, die für einen Lancia "Dilambda" zutreffend sind. Der "Dilambda", gebaut von 1929 bis 1935, hatte einen 4-Liter V8-Motor, der 100 PS leistete und damit für etwa 130 km/h gut war. Etwa 1700 Stück dieses Typs wurden gebaut, meistens mit Spezialaufbauten der berühmtesten Karossiers aus aller Welt. Das hier gezeigte Exemplar dürfte von 1930 oder 1931 sein.

    Besonders auffallend an diesem Petera Cabriolet sind aber die extra breiten Türen, die zudem über jeweils zwei Türgriffe verfügen. Das bedeutet, daß man diese Türen sowohl vorne, wie auch hinten angeschlagen öffnen konnte. Eine solche Konstruktion war mir bisher nur von einem anderen Auto bekannt, das auf der IAMA in Berlin 1931 gezeigt wurde, einem Adler "Standard 8" Cabriolet von Josef Neuss, Berlin, dessen Karosserie der bekannte Bauhaus-Architekt Walter Gropius entworfen hatte.

    Bild 5)
    Diese Limousine kann ich keinem bestimmten Fabrikat zuordnen; aber De Soto oder auch Dodge von 1930 könnte passen.

    Wie eingangs schon gesagt, ist es sehr schwierig, die Autos auf diesen ersten fünf Fotos exakt zuzuordnen. Es würde mich deshalb nicht wundern, wenn andere Betrachter auch zu anderen Ergebnissen kommen. Auf weitere Eingaben bin ich also sehr gespannt.

    Die Fahrzeugfabrikate auf den Bildern 6, 7 und 8 sind dagegen relativ leicht und auch genau zu benennen.

    Bild 6)
    Das ist ganz eideutig ein Piece-Arrow aus den U.S.A., sehr wahrscheinlich ein Typ "B", der von 1929 bis 1934 produziert wurde (8-Zyl. Reihenmotor, 6 Ltr. Hubraum, etwa 135 PS) oder der etwas kleinere Typ "C" (5,6 Ltr., 115 PS), der aber nur 1930 angeboten wurde.

    Bild 7)
    Hierbei handelt es sich um einen Walter "Royal", also um ein tschechisches Fabrikat. Der "Royal"
    (V12-Motor, 5,9 Ltr. Hubraum, 120 PS) war das Spitzenmodell dieser Firma aus Prag und stand von 1931 bis 1933 in den Preislisten, wobei das Petera-Cabriolet, wie hier abgebildet, umgerechnet etwa 26500,- RM (Reichsmark) kostete. Zum Vergleich: Der etwa gleich große und gleich starke Horch
    Typ 67o, auch mit einem V12-Motor versehen, wurde als viertüriges Cabriolet um 2000,- RM billiger angeboten. Vom Walter "Royal" wurden allerdings noch keine zehn Exemplare verkauft; nach anderen Quellen sogar nur drei Stück. Der V12-Motor fand danach Verwendung als Antriebsquelle für Walter Omnibusse.

    Bild 8)
    Das ist ganz eindeutig ein Skoda Typ 86o mit einem Achtzylinder-Reihenmotor von 3,9 Ltr. Hubraum, der ca. 70 PS leistete. Mit diesem Modell ersetzte Skoda 1929 den seit 1926 gebauten, sehr aufwendigen Typ 25/100KS H6 (bekanntlich ja ein Lizenzbau des Hispano-Suiza H6). Bis 1932/33 blieb es allerdings bei etwa nur 50 gebauten Fahrzeugen des Typs 860; nach anderen Quellen waren es etwa 60 bis 80 Stück, die verkauft wurden.

    Das im Bild gezeigte Cabriolet de Ville von 1930 dürfte aber wohl nicht von Petera sein, sondern wurde lt. "Klassische Wagen 1919-1939" (Hallwag-Verlag, Bern u.Stuttgart, 1988) bei J.O.Jech in Prag karossiert. J.O.Jech war eine der berühmtesten Karosseriebaufirmen aus Prag, gegründet 1855 von Josef Jech durch Übernahme einer alten Hufschmiede, die bereits im 15. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde. Unter seinem Sohn J.O.Jech, der das Unternehmen seit 1881 führte, wurden Kutschen und Pferdefuhrwrke hergestellt, von 1904 bis 1930 auch Autokarosserien, meistens auf Fahrgestellen der oberen Preisklassen.

    Beim Skoda Messestand auf der Techno Classica in Essen konnte man übrigens ein reich illustriertes, deutschsprachiges Buch über die Skoda-Historie erwerben: "Skoda, Bewegte Geschichten seit über 100 Jahren, ISBN 978-3-937996-09-7, zum günstigen Preis von EUR 19,-.

    In der Hoffnung auf zahlreiche Wortmeldungen zum Thema Petera verbleibe ich mit besten Grüßen.

  • Adler Autobahn Sport Limousine 1937Datum23.11.2007 01:40
    Foren-Beitrag von T14-49 im Thema

    Hallo und guten Morgen,

    bei den Bildern im zweiten Thread ist das helle Auto ganz eindeutig die Ausführung von Buhne. Die beiden Bilder mit dem dunklen Auto sind sehr wahrscheinlich gar keine Fotos, sondern gezeichnete Darstellungen der Sport-Limousine, vielleicht aus einem Prospekt. Aber auch hier zeigen verschiedene Details (z.B. Windschutzscheibe, Gestaltung der Kotflügel, Knebelgriff an der Hinterradabdeckung), daß es wohl die Buhne-Karosserie war, die dem Grafiker Modell gestanden hat.

    Alle Abbildungen im zweiten Thread sind Reproduktionen gedruckter Vorlagen; das untere Bild mit dem dunklen Auto ist übrigens seitenverkehrt wiedergegeben, erkennbar (bei Vergrößerung) am vorderen Kennzeichen mit seitenverkehrter Aufschrift ADLER.

    Viele Grüße

  • Adler Autobahn Sport Limousine 1937Datum22.11.2007 02:32
    Foren-Beitrag von T14-49 im Thema

    Hallo, Gläser-Freunde,

    dieses Adler Autobahn Coupé ist karosseriemäßig kein Originalfahrzeug, sondern ein Nachbau. Die auf beiden Fahrzeugseiten sichtbaren Gläser-Plaketten sollen wohl eine Reproduktion der bekannten Adler 2,5-Ltr. Sport-Limousine suggerieren. Hätte man Plaketten der Karosserie Buhne genommen, wäre die Sache auf den ersten Blick glaubhafter gewesen. Aber stimmig ist es in beiden Fällen nicht, wenn man unter einer Reproduktion (replica, wie das neudeutsch heißt) die originalgetreue Nachfertigung eines bestehenden oder früher einmal existenten Vorbildes versteht. Somit haben wir hier, um es einmal so zu nennen, "nur" einen Nachbau ohne Vorbild. Das ist nicht negativ gemeint, denn das Auto in Essen präsentierte sich ja irgendwie "gekonnt", aber eben nur auf den ersten Blick auch als authentisch. Es machte im übrigen, was die handwerkliche Verarbeitung betrifft, einen sehr guten Eindruck, wie viele andere Karosserie-Nachbauten ebenfalls, die aus der selben Quelle kommen.

    Der 2,5-Ltr. Adler, volkstümlich auch "Autobahn Adler" genannt, wurde 1937 auf der IAMA in Berlin vorgestellt und errregte dort viel Aufsehen. Konstrukteur war Karl Jenschke, der zuvor bei Steyr den Typ 50 entwickelt hatte. Der Adler 2,5-Ltr. wurde angeboten als 4türige Limousine von Ambi-Budd, sowie als 2türiges Cabriolet, einmal 4-5sitzig und zum anderen 2sitzig, beide von Karmann. Ein Jahr später kam dann noch die Sport-Limousine hinzu, die bei Buhne gebaut wurde. Im Jahre 1939 erhielt der 2,5-Ltr. einige Verbesserungen technischer Art, aber auch rein äußerlich, zu erkennen am jetzt von außen zugänglichen Kofferraum und an den verkleideten Hinterrädern.

    An Spezialausführungen gab es eine sogenannte Droschken-Limousine von Ambi-Budd und auch ein 4türiges Cabriolet von Karmann; von letzterem habe ich allerdings noch niemals eine fotografische Darstellung gesehen.

    Spezial-Aufbauten für den 2,5-Ltr. wurden als Einzelstücke von einigen wenigen Karosseriefirmen angefertigt. Mir bekannt sind ein Sport-Roadster 2sitzig von Buhne aus Berlin, ein Spezial-Roadster 2sitzig (müßte vielleicht besser als Roadster-Cabriolet bezeichnet werden, denn mit Kurbelfenstern an den Türen ist es eigentlich kein Roadster mehr) von Wendler aus Reutlingen, ein Cabriolet 2+2sitzig, ebenfalls von Wendler, einen Geländesport-Zweisitzer (vermutlich mit verkürztem Radstand und wohl auch in mehereren Exemplaren gefertigt), Karossier mir unbekannt, einen Stromlinien-Sportwagen, für rennsportlichen Einsatz gedacht, als Coupé von Dörr & Schreck aus Frankfurt, sowie die uns allen ja bekannte Sport-Limousine von Gläser. Da es sich hierbei um eine "Modell-Karosserie" handelt, dürfte es davon auch wohl nur ein einziges Exemplar gegeben haben.

    Die Gläser Karosserie der Sport-Limousine unterscheidet sich übrigens in vielen Details von der Buhne-Ausführung. So ist z.B. die Dachlinie eine ganz andere (höher), bedingt durch eine größere (höhere) Windschutzscheibe, als die von Buhne.

    Um nochmals auf das in Essen gezeigte Coupé zurückzukommen: Sollte es genau diese in Essen gezeigte Karosserie-Form doch von Gläser gegeben haben, würden mich Einzelheiten darüber sehr interessieren. Meines Wissens jedoch entstand diese Karosserie auf der Basis eines Karmann Cabriolets. Damit erklärt sich auch die viel zu große Gesamthöhe des Wagens im Verhältnis zu den originalen Sport-Limousinen, die ja, bei gleichem Radstand wie Limousine und Cabriolets, etwa 4,5 cm länger und 15 cm niedriger waren, als diese. Außerdem hat dieses Coupé auch eine Windschutzscheibe, die in dieser Form nur bei den beiden Karmann Cabriolet-Varianten des 2,5-Ltr. Adler üblich war.

    Ich verbleibe mit den besten Grüßen.

  • Deissner (1927-1928)Datum06.11.2007 01:11
    Foren-Beitrag von T14-49 im Thema

    Hallo, Gläser-Freunde!

    Die Einstellung von 5 bisher - jedenfalls mir - unbekannten Bildern mit Deissner-Karosserien war eine echte Überraschung, denn leider sind ja heute nur relativ wenige Einzelheiten über dieses Unternehmen bekannt.

    Angesichts dieser Fotos muß man wohl zunächst einmal den Zeitraum, in dem die Firma Deissner tätig war, anders ansetzen, als er z.B. in der großen "Beaulieu Encyclopaedia - Coachbuilding" genannt ist und zwar um wenigstens zehn Jahre nach vorne verlängert (dort steht ja auch: ca.1920-1929), vielleicht sogar bis zum Jahre 1905 oder 1906 zurückgehend.

    Das wird schon deutlich, wenn man das erste der fünf Bilder betrachtet. Es zeigt eine sogen. "Roi des Belges"-Doppelphaeton-Karosserie, deren barocke Formen aber eigentlich schon um 1910 "unmodern" geworden waren und durch einfachere Linienführungen abgelöst wurden (Ausnahmen gab´s natürlich auch damals). Das Auto ist höchstwahrscheinlich ein NSU 10/20PS (4-Zyl. 2,6 Ltr. Motor) oder 15/24PS (4-Zyl. 4 Ltr. Motor), wie sie von 1907, bzw. von 1906 bis 1910 gebaut wurden.

    Beim zweiten Bild ist die Zuordnung eindeutig gegeben durch die auch aus dieser Blickrichtung sehr gut zu erkennende, typische Form des Kühlers. Das ist ein Bergmann-Metallurgique aus der Zeit vor 1914; welcher Typ genau, läßt sich so leider nicht sagen. Alle diese Typen hatten 4-Zyl. Motoren von 1,6, 3,6 oder 7,3 Ltr. Hubraum und Fahrgestelle mit Radständen von 2,75m bis 3,6m Länge.

    Metallurgique war ein belgisches Fabrikat, dessen Erzeugnisse in Deutschland von der Bergmann Elektrizitätswerke AG in Berlin vertrieben wurden mit gutem Erfolg. Im Jahre 1909 gründete man eine Tochtergesellschaft, die Firma Bergmann-Metallurgique, um fortan diese Autos als Lizenzfabrikat selbst herstellen zu können. Nach dem ersten Weltkrieg wurde jedoch die Lizenz entzogen, und Bergmann konzentrierte sich wieder - wie auch schon vor 1909 - auf die Herstellung von Elektrofahrzeugen (z.B. Paketwagen für die Post). Die Firma Metallurgique in Belgien bestand noch bis 1927.

    Interessant ist, das zwar die allermeisten Metallurgique-Fahrzeuge mit Karosserien von Van den Plas aus Belgien ausgerüstet wurden, Bergmann-Metallurgique daneben aber offenbar auch deutsche Karossiers mit Aufträgen bedachte. Mir bekannt sind solche von Alexis Kellner, Berlin, Gebrüder Kruse, Hamburg und jetzt auch Deissner, Köthen.

    Die Bilder 3 bis 5 vermag ich nicht bestimmten Auto-Marken zuzuordnen, denn solche Karossen paßten möglicherweise auf die Fahrgestelle der verschiedensten Fabrikate. Alle drei stammen meiner Meinung nach aber auch aus der Zeit vor 1920. Es gibt eine Annonce von Audi aus 1911/12, mit der die Audi-Typen B, C und D beworben werden. Eine der beiden Abbildungen aus dieser Zeitungsanzeige entspricht in etwa der Karosserie im Bild Nr.3.

    Jetzt habe ich gesehen, daß vom Forums-Mitglied FrankWo schon am 4.Nov. andere Nachforschungs-Ergebnisse mitgeteilt wurden, als ich sie jetzt hier anbiete. Das kann ich leider nicht ändern, aber wohl auf eine angeregte Diskussieon hoffen.

    Ich verbleibe einstweilen mit den besten Grüßen.

  • (CH) Reinbolt & Christé (1855-1959)Datum05.11.2007 00:11
    Foren-Beitrag von T14-49 im Thema

    Hallo, Gläser-Freunde!

    Danke für die freundliche Aufnahme im Forum.

    Leider kann ich keine Bilder beibringen, um Beispiele für typische Karosserien von Reinbolt & Christé zu zeigen, denn alle Bilder, die ich habe, sind irgendwie durch Copyright geschützt und somit hier nicht zu verwenden. Allfälligen Interessenten möchte ich deshalb das Buch "Schweizer Automobile" von Günther - Rive Box - Stoop empfehlen, das 1992 bei Autovision erschienen ist (ISBN: 3-9802766-2-7). Dort wird Reinbolt & Christé ausführlich behandelt mit vielen und guten Bilder, allerdings fast ausschließlich aus der Nachkriegs-Produktion.

    Einen für Reinbolt & Christé typischen Stil wird man übrigens kaum ausmachen können; es waren eben zumeist Einzelstücke, die dort gebaut wurden, und da hatte der jeweilige Kunde ja ein Mitspracherecht, was die Form der Karosserie betraf etc. Das gilt natürlich auch für die vor dem Krieg dort gefertigten Karossen.

    Über die von mir früher schon in diesem Zusammenhang erwähnte "Swiss Classics Revue" kann man sich bei der Adresse http://www.swissclassics.com schlau machen. Zurückliegende Hefte dieser Zeitschrift berichten auch über weitere Karossiers aus der Schweiz, wie z.B. Beutler, Gangloff, Graber, Köng, Langenthal, Tüscher, Worblaufen etc.

    Viel Spaß bei der Lektüre.

  • (CH) Reinbolt & Christé (1855-1959)Datum22.10.2007 18:45
    Foren-Beitrag von T14-49 im Thema
    Hallo, Gläser-Freunde,

    es ist gut, daß man in diesem Forum "über den Tellerrand hinausschauen" darf und auch über andere Karossiers spricht.

    Was Reinbolt & Christé betrifft, so reichen die Wurzeln dieses Unternehmens weit zurück in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. Josef Kauffmann gründete um 1830 im Elsaß nahe der Grenze zur Schweiz eine eigene Werkstatt zur Herstellung von Pferdewagen und Kutschen. Nach 25 Jahren verlegte er seinen Betrieb nach Basel. Um die Jahrhundertwende wurde die Firma von zwei langjährigen Mitarbeitern, J. Reinbolt und J.M. Christé, übernommen und als Carrosserie Reinbolt & Christé, Basel, erfolgreich weitergeführt. Etwa ab 1900 befaßte man sich auch mit der Herstellung von Auto-Karosserien, was nach und nach den Wagenbau verdrängte. 1929 erfolg-te die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft (Reinbolt & Christé S.A., Basel) nach einem er-neuten Besitzerwechsel.

    Reinbolt & Christé zählte zu den bedeutendsten Karosserieherstellern in der Schweiz und baute hauptsächlich Cabriolet-Karosserien. Die Fahrgestelle dazu bezog man beim einheimischen Fabrikanten Martini, sowie bei vielen Automobilherstellern aus Deutschland, England, Frankreich und den U.S.A., die ja alle zahlreich auf dem liberalen Automobilmarkt in der Schweiz vertreten waren. Nach dem zweiten Weltkrieg bekam aber auch Reinbolt & Christé durch die allgemeine Einführung der selbsttragenden Karosserie im Automobilbau, wie die meisten anderen Karossiers in jener Zeit auch, immer mehr Schwierigkeiten, im gewohnten Metier zu arbeiten; 1959 gab man dann auf.

    Wer mehr über dieses Thema erfahren möchte, kann sich in einem ausführlichen und reich illustrierten, 6 Seiten langen Bericht von Ferdinand Hediger informieren, der unter dem Titel
    "Von noblen Kaleschen zu feinen Cabriolets - Carrosserie Reinbolt & Christé, Basel" in der aktuellen Ausgabe der "Swiss Classics Revue", Nr.15 (3-2007) zu finden ist.

    Viel Spaß bei der Lektüre.
Inhalte des Mitglieds T14-49
Gläser Fortgeschrittener
Beiträge: 21

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